Published On: Mo, Jan 16th, 2017

Baadre: PDK-Milizen prügeln auf êzîdîschen Journalisten ein

Wegen einem kritischen Facebook-Beitrag wurde der Journalist Karwan Baadrî von PDK-Milizen niedergeprügelt

Wegen einem kritischen Facebook-Beitrag wurde der Journalist Karwan Baadrî von PDK-Milizen niedergeprügelt


Baadre. Wegen eines kritischen Facebook-Beitrags ist der êzîdîsche Journalist Karwan Hecî Baadrî im Nordirak krankenhausreif geprügelt worden. Der aus dem Dorf Baadre (Sheikhan-Region) stammende Journalist, der unter anderem für die Zeitungen „Evro“ und „Denge Lalish“ schreibt, kritisierte auf seinem privaten Facebook-Profil die Machenschaften der Verantwortlichen der Demokratischen Partei Kurdistans (kurd. PDK) in seiner Heimatregion. Namentlich benannte Baadrî allerdings niemanden.

Kurz nach der Veröffentlichung seien am vergangenen Dienstag Sicherheitskräfte der PDK vor seinem Haus aufgetaucht und zwangen ihn in das örtliche Büro mitzugehen. Dort angekommen beleidigte der Büroleiter der PDK den Journalisten für seine Facebook-Beiträge, woraufhin umstehende PDK-Milizen ihn dann niederprügelten, so Baadrî. Der Journalist wurde zu Boden gestoßen, anschließend traten die PDK-Milizen auf seinen Kopf und Rücken ein. Dabei erlitt er sichtbare Verletzungen am Kopf, am Auge und im Gesicht und musste blutüberströmt im Krankenhaus behandelt werden. Dort stellten die Ärzte den Bruch der Nase sowie mehrere starke Prellungen am Auge und am Kopf fest.

Baadrî kritisierte in seinen Beirägen unter anderem die ausufernde Korruption der PDK. Zudem würden ausländische Firmen von der kurdischen Regierung beauftragt werden, um etwa die Flüchtlinge in den Lagern der Autonomen Region Kurdistans zu versorgen, während gleichzeitig einheimische Arbeiter aufgrund der Arbeitslosigkeit ins Ausland emigrierten.

Der Journalist kündigte an, Strafanzeige gegen die PDK-Mitglieder zu erstatten. Immer wieder kommt es in den von der PDK kontrollierten Gebieten zu Übergriffen auf kritische, kurdische Journalisten. Nicht selten werden die Journalisten verschleppt und anschließend tot aufgefunden.

© ÊzîdîPress, 16. Januar 2016

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