Published On: Di, Jun 17th, 2014

Der Fall von Tal Afar – Irakische Sicherheitskräfte flüchten – Êzîden nehmen Flüchtlinge auf

Flüchtlinge aus Tal Afar auf dem Weg nach Shingal

Flüchtlinge aus Tal Afar auf dem Weg nach Shingal

Tal Afar (Irak) – Nachdem die Islamisten der ISIS die strategisch wichtige Stadt Tal Afar im Nordirak angegriffen haben, sind die irakischen Sicherheitskräfte, wie auch andernorts, geflüchtet. Zuvor tobten heftige Kämpfe zwischen der irakischen Armee, die von den schiitischen Stämmen in der Region Tal Afar unterstützt worden ist. Nun flüchten die Menschen aus der Stadt, weil die ISIS die Stadt vollständig eingenommen hat. In Tal Afar leben vor allem Schiiten, die im blutigen Konfessionskrieg der ISIS im Irak und Syrien immer wieder massakriert werden.

Die Menschen aus Tal Afar flüchten vor allem in die Nachbarregion Shingal, wo mehrheitlich Êzîden leben. In Shingal haben die Êzîden nun damit begonnen, Schulen zu räumen, um die tausenden Flüchtlinge aufnehmen zu können. Weiterhin werden Nahrungsmittel gesammelt und an die Flüchtlinge aus Tal Afar verteilt.

Tausende kurdische Pêşmerga Einheiten sichern die Grenzen von Tal Afar nach Shingal, weswegen die Flüchtlinge sich in Shingal in Sicherheit fühlen. Die ISIS vermeidet bisher einen offenen Konflikt mit der gut organisierten und militärisch schlagkräftigen kurdischen Pêşmerga Armee. Zu einzelnen Gefechten kommt es dennoch immer wieder, da die Versorgungslinie der Islamisten durch êzîdîsche Gebiete im Norden des Iraks führt, die von der Pêşmerga kontrolliert werden. Auch in der ölreichen Stadt Kerkuk kommt es immer wieder zu Gefechten zwischen den Terroristen und der Pêşmerga Armee.

Die Einnahme der Stadt bedeutet jedoch eine zunehmende Gefahr für die Êzîden der Region, da ihre Regionen direkt an Tal Afar grenzen. Die Islamisten haben angekündigt, auch Shingal angreifen zu wollen.

êzîdîPress, 17.06.2014

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  1. […] entièrement sous contrôle des pesmergas kurdes qui en contrôlent rigoureusement l'entrée, qu'ils trouvent pour la plupart refuge. Les réfugiés Turkmènes shiites y seraient plus de 60 000 selon les Yüksekova Haber. Les écoles […]